Rheingau-Dom-Geisenheim im Frühling
Blick auf die Südfront des Doms

Grossformatige Pastelle im Rheingauer Dom

Ausstellung „Herz, Seel und Mut“

Die Ausstellung „Lebensringe“ in der Abtei St.Hildegard in Rüdesheim wurde mit einer Vesper beendet, die von Schwester Christophera und Gemeindereferent Sebastian Braun gehalten wurde. Es kamen viele Gäste, auch Käufer von Bildern, welche die Arbeiten erwerben wollten. Zum Ende dieser Vesper sprach mich ein Mann an. Wie ich später erfuhr, war es Pfarrer Marcus Fischer. Er lud mich ein, in der Reihe Soulfood-Seelennahrung im Jahr 2021 im Rheingauer Dom auszustellen. Ich war überrascht. Hatte ich doch kurz zuvor eine Ausstellung in Erfuhrt wegen der Corona-Pandemie auf das Jahr 2022 verschoben.

Pfarrer Fischer versicherte mir, der Dom würde nicht geschlossen werden. Wir sprachen darüber, wie wichtig es sei, gerade in diesen Zeiten Menschen „Nahrung für die Seelen“ anzubieten. Am nächsten Morgen fuhr ich mit meinem befreundeten Fotografenehepaar nach Geisenheim, um mir den Dom vor meiner Abreise wenigstens anzuschauen. Der Dom war voll mit berührender alter Kunst und einem beeindruckenden Hochaltar.

Vorbesichtigung des Doms 2020
Vorbesichtigung 2020

In den nächsten Wochen spielte ich verschiedene Möglichkeiten einer Ausstellung im Kopf durch. Klar war, dass Bilder von den Emporen hängen müssten in Maßen, in welchen ich bisher noch nicht gearbeitet hatte. Die Bilder müssten leicht sein und dürften auch nicht hinter Glas liegen.

 

Mit meinem Freund Holger Vonderlind fuhr ich in Potsdam verschiedene Druckereinen ab, um ein geeignetes Material zu finden. So entdeckten wir den Wabenkarton. Wenige Wochen später wurden die 2.40 m x 1.60 m großen Platten angeliefert.

 

Mein Atelier ist ein ausgebauter Zirkuswagen. Dort konnte ich diese großen Werke nicht malen. Ich arbeite auch oft im Freien.  Aber auch das war bei der Witterung nicht möglich. So räumten wir ein Gästezimmer leer. In der Mitte des Raumes baute ich ein Gestell auf, auf dem die großen Platten liegen konnte. Ich konnte gerade so um sie herum gehen.

Das Großformat war eine Offenbarung für mich. Den Wabenkarton lernte ich lieben mit seinen vielfältigen Möglichkeiten für meine Pastellmalerei.

Ein Bild ansteht im meinem kleinem Provisorium
beim arbeiten mit Pastellkreide

An den Werken für den Dom habe ich vier Monate intensiv gearbeitet. Sobald ein Bild fertig war, wurde es mit einem Bus zu dem Tischler meines Vertrauens gebracht. Er fertigte die Rahmen und lasierte sie.

 

Es war sehr aufregend als die Bilder endlich fertig waren. So konnten sie am 22.04.2021 pünktlich auf die Reise gehen. Mittags um 12 Uhr kamen sie im Dom an. Der Küster nahm sie entgegen und stellte sie zusammen mit dem Fahrer in der Sakristei sicher.

 

Auch wir, Holger und Ilona und ich, haben uns am 22.04.2021 auf den Weg in den Rheingau gemacht. Am nächsten Morgen ging es nach Wiesbaden. Von Wandlitz aus hatten wir den Druck der großen Plakate mit den Titeln und Texten für die Rückseiten der Bilder in Auftrag gegeben. Sie mussten abgeholt werden. Die Sonne strahlte. Der Frühling zeigte sich von seiner besten Seite zehn Grad wärmer als zu Hause und der Flieder blühte.

text-alles hat seine zeit-
Beispiel eines Textplakates zum Bild "Alles hat seine Zeit"
Triptychon Glaube-Liebe-Hoffnung 2021
Triptychon Glaube Liebe Hoffnung: Pastell auf Wabenkarton 160 cmx 480 cm

Zwei volle Tage haben wir gebraucht für die Vorbereitungen und die Hängung der Bilder an den Emporen. Ohne die Hilfe von Bettina und Sebastian Braun hätten wir die letzte Etappe nicht geschafft. Fünf Mann waren nötig, um die großen Bilder nach oben zu ziehen und zu fixieren.

Sylvia Wolff im Rheingauer Dom 2021
Sylvia Wolff im Rheingauer Dom 2021

Die Ausstellung wurde am 29. Februar eröffnet und zwei Wochen später wieder geschlossen. Deutschland ging in den ersten Lockdown wegen der Corona Krise. Zwei Monate blieb sie geschlossen, sollte dann aber bis zum 27.9.2020 verlängert werden. Trotz der widrigen Bedingungen und den spärlichen Öffnungszeiten war es eine sehr erfolgreiche Ausstellung mit großer Resonanz.  Schweren Herzens nahm ich Abschied vom Rheingau und der Heiligen Hildegard. Mir war nicht bewusst, wie schnell ich wiederkehren sollte.

Impressionen vor und während der Ausstellungseröffnung

Da die Ausstellung erst wenige Tage alt ist, werden wir über den weiteren Verlauf in diesem Blogbeitrag berichten!